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Energieeinsparverordnung (EnEV) 2016

Wenn Sie bauen oder sanieren, müssen Sie die Energieeinsparverordnung beachten: Sie regelt die Vorgaben, die Ihr Gebäude zum Zeitpunkt der Bauabnahme erfüllen muss.

Nachfolgend finden Sie wichtigsten Informationen auf einen Blick.

ZIELE DER ENEV

Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, Gebäude energieeffizienter zu machen, stärker mit erneuerbaren Energien zu beheizen und zu klimatisieren. Damit will sie die Umwelt entlasten, die Gemeinschaft unabhängiger von Energieimporten machen und den technologischen Fortschritt fördern. Um diese Ziele zu erreichen, sind nationale Gesetze erforderlich wie die Energieeinsparverordnung erforderlich: Sie formuliert Vorgaben sowie Methoden zur Berechnung der Energieeffizienz von Gebäuden bzw. Gebäudeteilen. Die EnEV wird in Abständen novelliert, um sie an die jeweils aktuellen EU-Anforderungen anzupassen. Zuletzt wurde sie 2016 novelliert.

ANFORDERUNGEN AN NEUBAUTEN

  • Häuser, die seit 2016 gebaut werden, müssen 25 Prozent weniger Primärenergie verbrauchen als solche, die noch nach 2015 geltenden Mindeststandards gebaut wurden. Ausgenommen von dieser Regelung sind Nichtwohngebäude mit mehr als 4 Metern Raumhöhe, sofern sie von dezentralen Gebläse- oder Strahlungsheizungen beheizt werden.
  • Die Gebäudehülle (Dämmung) von Häusern, die seit 2016 gebaut, muss eine höhere Mindestqualität erfüllen und den Wärmebedarf um durchschnittlich 20 Prozent reduzieren.
  • Der EnEV-Nachweis für neue ungekühlte Wohngebäude entfällt, wenn sie gewisse Ausstattungsvorgaben erfüllen. Ebenfalls vom EnEV-Nachweis befreit sind Ferien- und Wochenendhäuser, wenn sie hauptsächlich im Frühjahr und Sommer genutzt werden und weniger als 25 Prozent der Energie verbrauchen, die bei ganzjähriger Nutzung anfiele.
  • Strom aus erneuerbaren Energien darf vom Endenergiebedarf des Neubaus abgezogen werden, wenn er in oder am Gebäude erzeugt und vorrangig in diesem genutzt wird.

ANFORDERUNGEN AN BESTANDSGEBÄUDE

  • Öl- und Gasheizungen, die vor dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden, müssen gegen moderne Heizsysteme ausgetauscht werden – mit einigen Ausnahmen.
  • 30 Jahre und ältere Heizkessel dürfen nicht mehr betrieben werden – außer, in Wohnhäusern, welche Eigentümer seit 1. Februar 2002 selbst bewohnen. Nach einem Eigentümerwechsel muss der Käufer die veraltete Heizung innerhalb von zwei Jahren austauschen.
  • Bei Änderung, Erweiterung oder Ausbau von Gebäuden müssen nur diejenigen Außenflächen die verschärften EnEV-Anforderungen erfüllen, die tatsächlich „angefasst“ wurden.
  • Bei Ausbau oder Erweiterung von Bestandsgebäuden resultieren die zu erfüllenden Anforderungen aus der Tatsache, ob die Eigentümer die Gelegenheit zur Heizungsmodernisierung nutzen oder nicht. Bei neu installierten Heizungen müssen die veränderten Gebäudeteile die Neubau-Anforderungen der EnEV 2016 erfüllen. Wird die bestehende Heizung weiter genutzt, sind die Anforderungen für die Bauteil-Sanierung im Bestand zu erfüllen. Bei mehr als 50 Quadratmetern neuer Nutzfläche gilt es zudem, die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz zu erfüllen.
  • Bereits in der EnEV 2014 wurde geregelt, dass zugängliche Decken beheizter Räume gegen unbeheizten Dachraum bis Ende 2015 auf einen maximalen Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) von 0,24 Watt/(m²K) gedämmt werden mussten – oder entsprechend das darüber liegende Dach.

DER ENERGIEAUSWEIS

  • Der Energieausweis muss Interessenten bei Vermietung und Verkauf vorgelegt werden.
  • In Immobilienanzeigen müssen Angaben zur Energieeffizienz des Gebäudes gemacht werden. (Betrifft nur Eigentümer, für deren Wohngebäude ein Energieausweis nach Inkrafttreten der EnEV am 1. Mai 2014 ausgestellt wurde.) Wer diese Anzeigepflicht nicht erfüllt, kann mit bis zu 15.000 EUR Geldstrafe belegt werden!
  • Im Energieausweis ist die Bandtacho-Spannweite für Wohnhäuser verkürzt worden – von [über 400 kWh/(m²a)] auf höchstens [über 250 kWh/(m² a)]. Außerdem sind die Modernisierungsempfehlungen in den Energieausweis integriert worden.

KONTROLLE DER ENEV

Die EnEV verpflichtet die Bundesländer u. a. zu Stichprobenkontrollen der Energieausweise und der Einhaltung der EnEV-Neubauanforderungen.

SIE MÖCHTEN MEHR ERFAHREN?

Auf der Webseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit finden Sie weitere Informationen. Außerdem beraten wir Sie – sprechen Sie uns gerne an!

Tipps zur Senkung Ihrer Energiekosten

Wollen Sie den Energieverbrauch in Ihrem Haushalt senken? Wir geben Ihnen ein paar praktische Tipps, wie Sie die Energie, für die Sie bezahlen, optimal nutzen und gleichzeitig die Umwelt schonen. Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie dabei viel erreichen.

DIE RICHTIGE RAUMTEMPERATUR

Die richtige Raumtemperatur spart Energie und Kosten. Bereits 1 Grad Absenkung kann den Energieverbrauch um bis zu 6 Prozent senken. Aber wie findet man die ideale Raumtemperatur? Im Schlafzimmer reichen schon 16 Grad für eine gesunde Nachtruhe aus, 18 bis 20 Grad sind für die Küche zu empfehlen, da hier durch das Kochen zusätzliche Wärme produziert wird. Im Wohn- und Essbereich sorgen 20 Grad und im Kinder- und im Arbeitszimmer 22 Grad für besten Komfort. Als wärmstes Zimmer im Haus darf das Bad gern bis zu 24 Grad warm sein. Im Keller hingegen reichen bereits etwa 6 Grad aus, um Frostschäden entgegenzuwirken.

HEIZKÖRPER FREIHALTEN

Ihre Heizkostenabrechnung sollten Sie auch bei der Anordnung Ihrer Möbel im Hinterkopf haben: Wenn Heizkörper durch Möbel verstellt sind, kann die Wärme nicht ungestört an die Raumluft abgeben werden. Dadurch können Hitzestaus entstehen, die die Heizkosten in die Höhe treiben. Selbst Gardinen können diesen Effekt verursachen, wenn sie direkt vor einer Heizung hängen. Auch eine zusätzliche Dämmung der Wand hinter dem Heizkörper ist durchaus empfehlenswert, da so die Energieeffizienz oft verbessert werden kann.

HEIZUNG CHECKEN LASSEN

Heizgeräte sollten immer gut gewartet werden, da dies den Wirkungsgrad verbessern kann und Kosten sparen hilft. Regelmäßig durchgeführte jährliche Wartungen schaffen darüber hinaus auch die Voraussetzung für Zuverlässigkeit, dauerhafte Betriebsbereitschaft sowie eine hohe Lebensdauer Ihres Heizgerätes. Wichtig dabei ist, dass Sie niemals selbst versuchen, Reparaturen oder Wartungsarbeiten vorzunehmen, da unsachgemäße (ebenso wie unterlassene) Wartung unter Umständen die Betriebssicherheit der Heizung beeinträchtigen und zu Sach- und Personenschäden führen kann. Daher empfehlen wir Ihnen den Abschluss eines Inspektions- bzw. Wartungsvertrages mit einem anerkannten Fachhandwerksbetrieb. Wir übernehmen diese Arbeiten sehr gerne für Sie. Sprechen Sie uns einfach an.

DICHTE FENSTER UND TÜREN

Undichte Fenster und Türen können zu großen Wärmeverlusten führen. Ob dies bei Ihnen zu Hause auch der Fall ist, können Sie ganz einfach selber testen: Nehmen Sie eine brennende Kerze und gehen Sie damit am Rahmen der geschlossenen Tür oder des Fensters entlang. Beobachten Sie dabei die Flamme der Kerze – wenn sie sich bewegt, sollten Sie einen Austausch der Fenster in Betracht ziehen, da die Dichtungen nicht mehr intakt sind. Moderne Fenster mit Wärmeschutzverglasung haben hohe Energieeinsparpotenziale.

SELBST ABDICHTEN

Selbstklebende Dichtungsbänder sind eine einfache und kostengünstige Alternative, um den teuren Austausch undichter Fenster zu vermeiden und trotzdem Heizkosten zu sparen. Sie passen sich den offenen Stellen an und reduzieren so das Entweichen warmer Luft und damit kostbarer Heizenergie. Wenn es unter der Wohnungstür hindurch zieht, können Wärmefänger oder Zugluftstopper helfen.

WASSER SPAREN

Für die Warmwassererzeugung in Privathaushalten wird mit die meiste Energie aufgewendet. Mit Wasser sparenden Armaturen und Aufsätzen können Sie Ihren Wasserverbrauch allerdings deutlich reduzieren. Dazu gehören Duschunterbrecher, Durchflussbegrenzer, Strahlregler, Perlstrahler oder Sparduschköpfe, die auf die Armatur geschraubt werden. Sie sparen rund die Hälfte des benötigten Wassers ein, da sie dem Wasser Luft beimischen. Gleichzeitig fühlt sich der Strahl aber weiterhin angenehm voll an.

DURCHLAUFERHITZER RICHTIG EINSTELLEN

Wenn Sie einen Durchlauferhitzer zur Warmwassererzeugung nutzen, sollten Sie ihn so einstellen, dass dem warmen Wasser zur Nutzung kein kaltes mehr hinzugefügt werden muss. Da beim Mischen nicht nur Energie, sondern auch viel Wasser verloren geht, können Sie auf diese Weise die Effektivität Ihres Gerätes steigern.

HEIZUNGSTEMPERATUR RICHTIG EINSTELLEN

60 Grad Wassertemperatur reichen bei einer zentralen Warmwassererzeugung mit einer Gas- oder Ölheizung in der Regel aus, um das Wasser ausreichend aufzuwärmen und Keime abzutöten. Stellen Sie bei längerer Abwesenheit (z. B. während eines Urlaubs) den Speicher im besten Fall ganz ab.

AKTIV LÜFTEN

Durch richtiges Lüften vermeiden Sie nicht nur Schimmelpilzbildung, sondern Sie beugen auch Schäden an der Bausubstanz und einem zu hohem Energieverbrauch vor. Am besten, Sie lüften nur dann einen Raum, wenn er auch genutzt wird, da bei nicht genutzten Räumen die „Selbstlüftung“ durch die Fugen ausreicht.

BEIM LÜFTEN DIE JAHRESZEIT BEACHTEN

Mit gekippten Fenstern sollten Sie nur in den Monaten von Mai bis September dauerhaft lüften. Im Winter brauchen Sie dagegen ein Fenster nur durchschnittlich 7 bis 20 Minuten pro Stunde anzukippen, um die Raumluft komplett zu wechseln. Die verbrauchte Luft wird durch die hohe Thermik bereits innerhalb kurzer Zeit aus dem Raum gesaugt. Wenn Sie auch in den kälteren Monaten dauerhaft mit gekippten Fenstern lüften, führt dies andernfalls zu überhöhten Luftwechselraten, und Sie heizen die Wärme direkt zum Fenster hinaus. Weiterhin führt es zur Abkühlung der Wände, sodass sich Tauwasser bilden kann.

„STOSSLÜFTEN

Bei der Stoßlüftung werden die Fenster für kurze Zeit weit geöffnet. Dies sind die von der Jahreszeit abhängigen Richtwerte für optimale Luftqualität und Energieersparnis:

  • Januar, Februar und Dezember: 5 Minuten
  • März und November: 10 Minuten
  • April und September: 15 Minuten
  • Mai und Oktober: 20 Minuten
  • Juni, Juli, August: 25 Minuten

TÜREN SCHLIESSEN

Halten Sie die Türen zu weniger beheizten Räumen nach Möglichkeit geschlossen, sonst dringt mit der warmen Luft auch Feuchtigkeit ein.

Energiespar-Tipps: Kontrollierte Wohnungslüftung

Schimmel ist zum Bauschaden Nummer eins in deutschen Wohngebäuden geworden. Er befällt sowohl Neu- als auch Altbauten und tritt häufig nach Sanierungen auf. Plötzlich dichte Fenster, Türen und dazu eine hoch wärmegedämmte Fassade – das erfordert einfach eine andere Notwendigkeit zum Lüften als vorher. Doch warum ist das so? Gibt es Auswege aus der Schimmelfalle?

WARUM IST LÜFTEN IN WOHNGEBÄUDEN SO WICHTIG?

Jeder Mensch gibt täglich einen Liter Wasser an die Umgebung ab. Duschen, Kochen, Bügeln und sogar Zimmerpflanzen erhöhen diese Wassermenge noch einmal drastisch. Diese Feuchtigkeit schlägt sich in den vergleichsweise kälteren Raumecken nieder und bildet dort die Grundlage für Schimmelpilzbefall. Im Altbau findet in der Regel durch Luftritzen und -spalten ein natürlicher Luftaustausch statt, der auch die im Raum vorhandene Feuchtigkeit abführt. Gleichzeitig verschwindet aber auch die kostenintensiv erzeugte Wärme. Bei hoch wärmegedämmten Gebäuden mit luftdichten Fenstern hat die Wärme dagegen kaum noch Gelegenheit zu entweichen – und mit ihr ebenso wenig Schadstoffe und die Feuchtigkeit in der Luft. Was für die Heizkosten positiv ist, sorgt in puncto Luftqualität für Probleme. Das Ergebnis: Rund sieben Millionen Wohnungen in Deutschland sind mit Schimmelpilzen behaftet. Das bedeutet, dass mehr als jede fünfte Wohnung von dem Problem betroffen ist. Die Tendenz ist stark steigend.

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)

Seit dem 01.01.2009 gilt in der Bundesrepublik Deutschland das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Das heißt für alle Bauherren im Neubau: Die Verwendung eines bestimmten Anteils an erneuerbaren Energien zur Wärmeenergieerzeugung ist Pflicht.

WORUM GEHT ES EIGENTLICH?

Seit dem 01.01.2009 gilt in der Bundesrepublik Deutschland das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Das heißt für alle Bauherren im Neubau: Die Verwendung eines bestimmten Anteils an erneuerbaren Energien zur Wärmeenergieerzeugung ist Pflicht. Das Gesetz dient dem Schutz der Umwelt und soll dazu beitragen, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu verringern, Ressourcen zu schonen und gleichzeitig eine sichere und nachhaltige Energieversorgung zu gewährleisten. Ziel des Gesetzes ist es, den Anteil an erneuerbaren Energien im Wärmemarkt bis zum Jahr 2020 auf 14 % zu steigern. Damit könnten über 86 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden.

Das Gesetz ist bindend, kann aber je nach Bundesland verschieden angewendet werden. Daher müssen Sie sich als Bauherr erkundigen, ob die jeweiligen Vorschriften in ihrem Bundesland gelten.

WOHER STAMMT UNSERE WÄRME?

Mehr als die Hälfte der gesamten Endenergie, die in Deutschland verbraucht wird, wird nur für die Wärmeerzeugung benötigt. Der Großteil stammt aus fossilen Energiequellen wie Erdgas, Öl und Kohle. Allein Erdgas und Mineralöl liefern zusammen fast drei Viertel des deutschen Wärmebedarfs. Die Atomenergie hingegen leistet keinen Beitrag zur Wärmeversorgung, sondern produziert nur Strom. Derzeit bezieht Deutschland nur etwas mehr als 6 Prozent seiner Wärme aus erneuerbaren Energien.

WO IST DAS PROBLEM?

Die Wärmeversorgung in Deutschland ist zwar sichergestellt und es gibt keinen Grund zur Sorge, dass Öl oder Gas in den nächsten Jahren knapp werden. Mittel- und langfristig stellt die Wärmeversorgung jedoch ein Problem dar, und zwar aus mehreren Gründen:
Kohle, Öl und Gas sind begrenzt: Zwar stehen uns kurzfristig fossile Energieträger in ausreichendem Maße zur Verfügung. Das wird aber nicht so bleiben.

Öl und Gas werden zu einem hohen Anteil in geopolitisch unsicheren Regionen gewonnen und nach Deutschland importiert. Das macht uns auch politisch von anderen Staaten abhängig.
Öl und Gas tragen in erheblichem Umfang zu Treibhauseffekt und Klimawandel bei.